Aktueller Rundbrief: Ausgabe 11 – November 2020

Hier steht Ihnen der monatliche Rundbrief der BTK-Geschäftsstelle mit Aktuellem rund um die Bundestierärztekammer und den tierärztlichen Beruf zur Verfügung.

 

DATENBANK „NS-SCHICKSALE"

Unter www.bundestieraerztekammer.de/ns-schicksale gedenken BTK und DVG mit einer Datenbank dauerhaft den Opfern des Nationalsozialismus im Bereich der Tiermedizin. Sie soll einen Beitrag dazu leisten, die Verfolgung sichtbar zu machen, und ihr Namen von Mitbürgern geben, die aus dem öffentlichen Leben verschwanden. Sie enthält biografische Informationen zu Tierärzten und Studierenden der Tiermedizin sowie deren Angehörigen, die im Zeitraum zwischen 1933 und 1945 im Deutschen Reich lebten und wegen ihrer jüdischen Glaubenszugehörigkeit oder Abstammung verfolgt wurden.
Eingerichtet wurde diese Gedenk-Datenbank auf Initiative der Fachgruppe „Geschichte der Veterinärmedizin" der Deutschen Veterinärmedizinischen Gesellschaft (DVG) und auf Grundlage einer Vereinbarung zwischen der DVG und BTK. Basierend auf der Dissertation von Georg Möllers über „Jüdische Tierärzte im Deutschen Reich in der Zeit von 1918 bis 1945" aus dem Jahr 2002 und ergänzt durch fortlaufende Recherchen enthält die Datenbank aktuell Informationen zu 154 Tiermedizinern, darunter eine Tierärztin. Mit teilweise neu entdeckten Fotos wird den Schicksalen im wörtlichen Sinn ein Gesicht gegeben.
Mittels Suchmaske kann z. B. nach den Namen von Tiermedizinern oder nach deren Wohnorten gesucht werden, es können aber auch alle jüdischen Tiermediziner eines Bundeslands bzw. einer ehemals deutschen Region angezeigt werden.

Diese Erfassung jüdischer Tiermediziner sollte weitgehend vollständig sein, DVG und BTK sind jedoch dankbar für alle Hinweise auf weitere, noch nicht berücksichtigte jüdische Tiermediziner. Auch Hinweise auf Tierärztinnen und Tierärzte nichtjüdischen Glaubens, die durch das NS-Regime verfolgt wurden, werden gerne entgegen genommen.
Zusätzlich zum direkten Link (www.bundestieraerztekammer.de/ns-schicksale) kann die Datenbank von jeder Seite der BTK-Homepage durch Anklicken der schwarzen Gedenkschleife in der obersten Menüleiste geöffnet werden.

 

ONLINEUMFRAGE ZUR NEUBEWERTUNG DER GOT

Wie bereits im Rundbrief des vergangenen Monats mitgeteilt, werden aktuell praktizierende Kolleginnen und Kollegen durch das Unternehmen AFC Public Services GmbH per E-Mail aufgefordert, an einer Umfrage zur Angemessenheit von GOT-Leistungen teilzunehmen.
Hintergrund ist eine durch das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) angestrebte umfassende Novellierung der GOT, bei der eine Überarbeitung der Leistungen und die Anpassung der Gebührensätze erfolgen soll. Für die Beurteilung der zukünftigen Entgelte fehlt es allerdings an einer objektiven Datengrundlage, die z. B. gestiegene Praxis-, Sach- und Personalkosten sowie geänderte wirtschaftliche Rahmenbedingungen für den Betrieb einer Tierarztpraxis berücksichtigt.
Sofern Sie noch nicht an der Befragung teilgenommen haben, haben Sie dazu noch bis zum 30. November die Möglichkeit.
Die BTK war und ist an dem vorgenannten Verfahren, der Gestaltung und Formulierung der Umfrage sowie der Auswahl der Angeschriebenen und der Auswertung nicht beteiligt.
Dennoch bitten wir um rege Teilnahme an der Evaluierung, da wir in ihr die Möglichkeit sehen, das weiter zunehmende Auseinandergehen von Abrechnungsoptionen zur tatsächlichen Aufwands-/Kostenstruktur mit allen betriebswirtschaftlich zu berücksichtigenden Faktoren deutlich sichtbar zu machen.
Zur korrekten Beantwortung der Umfrage ist es notwendig, die Fragestellungen genau zu lesen und zu erfassen. Diese sind teilweise ausgehend von Gesetzestexten bzw. deren Wortwahl formuliert, sodass sich der genaue Umfang/Hintergrund möglicher Antworten nicht auf den ersten Blick ergibt. Schauen Sie sich daher das als pdf-Dokument eingangs der Umfrage hinterlegte Muster des Fragebogens an, um vorab Unklarheiten auszuräumen. Beachten Sie bitte auch, es wird ausschließlich das Kalenderjahr 2019 mit der damalig geltenden Rechtslage betrachtet, Notdienstgebühr und bis zum vierfachen Notdienstsatz existierten damals noch nicht.

Nähere Erläuterungen

 

ZOONOSE-MONITORING 2019

Seit Mitte November stehen dem interessierten Leser die Ergebnisse des Zoonose-Monitorings 2019 auf der Homepage des Bundesamts für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) zur Verfügung.
Einmal mehr unterstreichen die Zahlen, dass Rohmilch vor dem Verzehr konsequent abzukochen ist.
Hinsichtlich des Nachweises von Antibiotikaresistenzen zeigten die Untersuchungen von Bakterien-Isolaten aus den Lebensmittelketten Mastschweine, Mastkälber und Jungrinder sowie aus Tankmilch und frischem Rindfleisch leider keine Verbesserung der Situation.

 

ERGÄNZENDE HINWEISE FÜR DIE ANERKENNUNG VON FORTBILDUNGSANGEBOTEN

Verlängerung der Vereinfachungen aufgrund der Corona-Pandemie

Bereits Anfang März 2020 hat die Akademie für tierärztliche Fortbildung (ATF) ein vereinfachtes Verfahren für die ATF-Anerkennung abgesagter Präsenzveranstaltungen entwickelt, die in Onlineseminare umgewandelt wurden. Im Anschluss wurden die befristeten Erleichterungen fortgeschrieben und erweitert.

Gemäß Beschluss des ATF-Vorstands vom 17. November 2021 gelten die ursprünglich bis Ende 2020 befristeten Ausnahmeregelungen nun bis zum 30. Juni 2021 (Datum der Antragstellung). Damit können die inzwischen bewährten und gut angenommenen Regularien auch weiterhin für ein umfassendes Fortbildungsangebot unter den besonderen Bedingungen der Corona-Pandemie sorgen, wenn viele Präsenzfortbildungen aufgrund von Kontaktbeschränkungen und Hygieneanforderungen entfallen müssen.

Ausführliche Informationen zu den Kriterien für das vereinfachte Anerkennungsverfahren für ausgewählte Fortbildungsangebote (Hybrid-Veranstaltungen und Live-Onlineseminare ohne Aufzeichnung) wurden im DTBl. 9/2020, S. 1086 veröffentlicht und sind ebenso online zu finden.

 

MANAGEMENTMERKMALE DEUTSCHER KLEINTIERPRAXEN

Eine aktuelle Umfrage zum Thema „Managementmerkmale Deutscher Kleintierpraxen" verfolgt das Ziel, die wichtigsten Managementparameter, Markttrends und Merkmale des Managements und Marketings von deutschen Kleintiertierpraxen/-kliniken zu identifizieren. Die Teilnahme an der Befragung dauert nicht länger als 25 Minuten und richtet sich an leitende Tierärzte und Praxismanager.

 

ONLINEUMFRAGE ZUR LEBENSQUALITÄT BEI HUNDEN UND KATZEN

Ein Promotionsprojekt an der Professur für Versuchstierkunde und Tierschutz der JLU Gießen will die Messbarkeit von Lebensqualität bei Hunden und Katzen erforschen. 

Auch in der Veterinärmedizin spielt die Frage nach der Lebensqualität unserer Haustiere eine zunehmend große Rolle. Allerdings lassen Berichte aus der Praxis vermuten, dass die Einschätzung der Lebensqualität eines Tieres bei Tierärzten und Tierbesitzern voneinander abweicht. Daraus resultieren mitunter unterschiedliche Einstellungen hinsichtlich der Therapie oder gar Euthanasie eines Tieres. Daher soll neben der Erforschung der Messbarkeit von Lebensqualität, u. a. untersucht werden, ob und wie weit die Auffassungen über Lebensqualität zwischen Tierbesitzern und Tierärzten auseinander gehen. 

Dazu werden Tierärzte, Tierbesitzer sowie tierärztliche Fachangestellte und Tierpfleger aufgerufen, im Rahmen einer etwa 9-minütigen Onlineumfrage ihre Einschätzungen zu bestehenden Annahmen abzugeben und darüber hinaus individuell mitzuteilen, welche Aspekte sie für relevant hinsichtlich der Lebensqualität von Hunden und Katzen halten.

 

NEUE HEFTE NUTZTIERHALTUNG IM FOKUS

Die Internationale Gesellschaft für Nutztierhaltung (IGN) hat ihre Serie Nutztierhaltung im Fokus kürzlich um zwei Informationsschriften erweitert. Die Publikationen „Gesundheit und Wohlergehen bei Legehennen" und „Fischwohl in der Aquakultur – Probleme und Lösungsansätze" informieren, wie die Vorgänger dieser Serie, über Themenschwerpunkte im Zusammenhang mit tiergerechter Haltung. Für eine umfassende Darstellung sorgen u. a. Informationen aus der Forschung sowie aus der aktuellen Rechtsprechung, die wichtigste themenbezogene Literatur und die Vorstellung aktueller Projekte bzw. von Projektgruppen, die sich mit dem Fokus-Thema befassen.

 

BESCHLÜSSE DER FVE-GENERALVERSAMMLUNG

Nach etwa einem Jahr intensiver Diskussion wurde auf der Generalversammlung des europäischen Tierarztverbands FVE am 6. November die Strategie für die nächsten fünf Jahre verabschiedet. Die FVE wird weiterhin einen Großteil ihrer Kapazität und Energie auf ihre Kerntätigkeiten verwenden: Verbesserung der Tiergesundheit, des Tierschutzes, der öffentlichen Gesundheit und des Umweltschutzes durch Förderung des tierärztlichen Berufsstands. Kernthemen des Strategiepapiers sind One Health und Nachhaltigkeit, Einheit innerhalb der Tierärzteschaft, Erhöhung der Sichtbarkeit und Einflussnahme, Demografie und Karrierewege sowie Einsatz neuer Technologien. Das Strategiepapier ist auf der Homepage der FVE veröffentlicht und kann hier heruntergeladen werden.

Außerdem hat die Generalversammlung ein Positionspapier mit Empfehlungen zum Einsatz von Telemedizin verabschiedet. Telemedizin wird insbesondere angesichts der Corona-Pandemie zu einem immer wichtigeren Instrument der tierärztlichen Praxis. Genauso wie die Bundestierärztekammer empfiehlt die FVE ihren Mitgliedern, den Einsatz der Telemedizin im Rahmen einer Tierarzt-Patienten-Beziehung zu ermöglichen. Dabei sollten Standardarbeitsanweisungen, Verhaltenskodizes und angemessene Regelungen festlegt werden, die den Auftrag der Tierärzte bei der Förderung der Tiergesundheit, des Tierschutzes, der öffentlichen Gesundheit und des Umweltschutzes durch die Bereitstellung qualitativ hochwertiger Dienstleistungen respektieren.

Das Papier der FVE stellt Informationen bereit und soll einen Rahmen für dieses noch relativ neue Werkzeug setzen. Betont wird trotzdem, dass die Untersuchung vor Ort wo möglich immer vorzuziehen ist. Das Papier soll laufend angepasst und aktualisiert werden.

Das verabschiedete Papier kann hier heruntergeladen werden.

 

REGISTRIERUNG VON KLEIN- UND HEIMTIEREN

Zuweilen erreichen uns Meldungen, dass den Besitzern gechippter Klein- oder Heimtiere nicht bewusst ist, dass die Implantation eines Microchips in der Tierarztpraxis nicht automatisch mit einer Registrierung des Tieres einhergeht. Ein solches Missverständnis kann im Falle des Verschwindens des Vierbeiners in großem Frust und ggf. an den Tierarzt bzw. die Tierärztin gerichtete Vorwürfe münden. Also, nach dem Chippen von Tieren nicht vergessen, die Tierbesitzer darauf hinzuweisen, dass eine Registrierung des gechippten Tieres, sofern gewünscht, separat zur Chip-Implantation und vom Besitzer selbst durchgeführt werden muss.
Noch besser wäre es, wie bereits vielerorts durchgeführt, die Tierbesitzer direkt im Zuge der Chip-Implantation mit einem Registrierungsformular auszustatten. Sofern Sie in Ihrer Tierarztpraxis oder -klinik den Service anbieten, diesen Prozess für die Tierbesitzer zu übernehmen, finden Sie im folgenden Hinweise zur GOT-konformen Abrechnung der erbrachten Leistungen.

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Inhalte Deutsches Tierärzteblatt Dezember 2020

 

Datenbank „NS-Schicksale"

Zum dauerhaften Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus im Bereich der Tiermedizin haben Mitglieder der DVG-Fachgruppe „Geschichte der Veterinärmedizin" auf der Webseite der BTK eine Datenbank angelegt. Dr. Georg Möllers und Dr. Michael Schimanski erläutern hier die Entstehung der Datenbank, welche Inhalte und Recherchemöglichkeiten sie bietet und was ihre Zielsetzung ist.

UAW bei Tierimpfstoffen

Die beim Paul-Ehrlich-Institut (PEI) eingegangenen Meldungen zu unerwünschten Arzneimittelwirkungen nach der Anwendung von Tierimpfstoffen und biomedizinischen Arzneimitteln aus den Jahren 2018 und 2019 sind hier von Andrea Wenzel und Jessica Thomas zusammengefasst.

Tierseuchenbekämpfung – ein Rückblick

Es ist erst 10 Jahre her, dass die Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) die Rinderpest für getilgt erklärte. Über seinen Einsatz in der Bekämpfung der Rinderpest 1983 in Syrien berichtet VR Dr. Wolfgang Baumgart.

Beschlüsse der BTK-Delegierten

Weil in diesem Jahr keine Delegiertenversammlung als Präsenzveranstaltung durchgeführt werden konnte, wurden die für eine reibungslose Fortführung der Arbeit von BTK und ATF notwendigen Beschlüsse in Form einer schriftlichen Abstimmung eingeholt. Die Abstimmungsergebnisse werden hier mitgeteilt.

11. Leipziger Tierärztekongress

Vom 13. bis 15. Januar 2022 findet der 11. Leipziger Tierärztekongress statt. Welche Neuerungen die Besucher dort erwarten, wird hier von den Veranstaltern kurz dargestellt.

 

Termine 2020

 
9. November  Ad-hoc-AG GOT  Telefonkonferenz
10. Dezember Ad-hoc-AG Telemedizin Webkonferenz
13. Januar Präsidium Webkonferenz

 

 

 

Bleiben Sie gesund!

 

Mit freundlichen Grüßen
Ihre BTK-Geschäftsstelle

 

*Quellen der jeweiligen Artikel sind die angegebenen Links.